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Playing a toy keyboard in Munich Cathedral

A commission for Ash Wednesday in Munich Cathedral — and the instrument I chose for a piece about mortality was a 1990s toy keyboard, its sound crushed into ashes.

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A commission that wasn't normal

I was asked to write a piece for Ash Wednesday in Munich Cathedral. Ash Wednesday is the beginning of Lent — traditionally a reminder of mortality, of ashes and dust. I never understood it as a purely bleak idea. For me it was always more about becoming aware of the time we actually have on this earth. And that was the thing I wanted to make feelable through music. Which left me with a strange question: what kind of piece do you even write for something like that?

What is "ashes", in sound?

The first problem was how to represent ashes musically. I even asked ChatGPT how it would define ashes. It wasn't much help — it told me ashes are what remains after a fire has done its work. Which, fine, but there is more to it. Ashes are the leftover of something that was once alive and is now completely useless. And that reminded me of the technology we live with, because technology has a much faster life cycle than a human being. So I thought: why not take something clearly outdated and build the piece around it.

The basement cupboard

Back home I went down to the basement, to the cupboard where I keep the things I once thought I would need — an autoharp I never actually used for anything, that kind of thing. And then I found the one object I really loved: a children's keyboard from the '90s, still in its original packaging, New Kids on the Block songbook included. Hold that up in a giant cathedral and you almost have to laugh. It was exactly the wrong instrument, which is what made it the right one.

Turning the sound into ashes

Finding the toy wasn't enough. The sound itself had to become ashes. That is where a multi-effect guitar pedal came in — nothing vintage, I just bought it — with a bitcrusher: an effect that takes the audio signal and destroys it into tiny bits, until there is basically nothing left but ashes. A cheap keyboard, crushed further into dust. That was the material.

The reverb nobody warns you about

Something nobody tells you about playing in a space that size: the reverb is the mightiest you can possibly imagine. The sound travels through the whole building once and comes back to you much later. It makes playing in sync almost impossible unless you really practice listening to each other. In a room like that, listening becomes the actual instrument.

There was one thing I had quietly worried about beforehand. An organ changes its pitch with the temperature of the room. The toy keyboard I brought is completely untunable. So whether the two would even agree on a pitch was more or less down to chance. In our case it worked — organ and toy keyboard sat together perfectly. It was the first time I felt genuinely comfortable performing the piece, the evening before the service.

Otherworldliness by design

You can't really capture the atmosphere of a service like this in a video. It surrounds you; it is three-dimensional in a way. And that is otherworldliness by design — these cathedrals were built not just to make you understand something, but to make you feel eternity. The whole evening I felt like I was in a constant dream state, turning the subject of the evening over in my head.

Psalm 90

The structure of the piece came from Psalm 90 — a very dark psalm. Reading it the first time, it felt crushing. But with my idea that Ash Wednesday isn't only about despair, but about using our time well, I wanted to give that thought more room than the original text probably intended. So I settled on a free-form shape. The first section moves towards the greatness and eternity of God, and then had to break directly into the unsettling part — that our own time on earth is not eternal. I made a point of disrupting the structure I had just established. The final section is very short in the original text, so I added a few lines of my own, to give the idea I cared about more space: that our limited time can find its meaning in something larger.

What stayed

The strange part came afterwards. I usually avoid subjects like death and decay, and in this service there was no escaping them. And yet when I went home I felt oddly calm — not exhausted, not crushed. More like I had gained something. Maybe that is exactly what this tradition is trying to do, which is a beautiful thing to witness.

One last thing. A few days later I came home and realised this keyboard might not be so obsolete after all — and it left me wondering whether everything just moves in circles. But that is a thought for another time.

The piece is called Psalm 90, for organ and toy keyboard.

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Ein Auftrag, der keiner wie sonst war

Ich wurde gebeten, ein Stück für Aschermittwoch im Münchner Dom zu schreiben. Aschermittwoch ist der Beginn der Fastenzeit — traditionell eine Erinnerung an die Sterblichkeit, an Asche und Staub. Ich habe das nie rein deprimierend verstanden. Für mich ging es eher darum, sich bewusst zu machen, wie viel Zeit wir auf dieser Erde tatsächlich haben. Und genau das wollte ich durch Musik fühlbar machen. Blieb die seltsame Frage: Was für ein Stück schreibt man eigentlich für so etwas?

Was ist „Asche", als Klang?

Das erste Problem war, wie man Asche musikalisch darstellt. Ich habe sogar ChatGPT gefragt, wie es Asche definieren würde. Hat nicht viel geholfen — es meinte, Asche sei das, was übrig bleibt, wenn ein Feuer seine Arbeit getan hat. Schon okay, aber da ist mehr. Asche ist der Überrest von etwas, das einmal lebendig war und jetzt völlig nutzlos ist. Und das hat mich an die Technik erinnert, mit der wir leben — weil Technik einen viel schnelleren Lebenszyklus hat als ein Mensch. Also dachte ich: Warum nicht etwas offensichtlich Veraltetes nehmen und das Stück darum herum bauen.

Der Keller-Schrank

Zu Hause bin ich in den Keller, zu dem Schrank mit den Dingen, von denen ich mal dachte, ich würde sie brauchen — eine Autoharp, die ich nie für irgendetwas benutzt habe, solche Sachen. Und dann fand ich das eine Objekt, das ich wirklich liebte: ein Kinder-Keyboard aus den 90ern, noch in der Originalverpackung, mit New-Kids-on-the-Block-Songbook. Halt das mal in einer riesigen Kathedrale hoch — da muss man fast lachen. Es war genau das falsche Instrument, und genau das machte es zum richtigen.

Den Klang zu Asche machen

Das Spielzeug zu finden reichte nicht. Der Klang selbst musste zu Asche werden. Da kam ein Multieffekt-Pedal für Gitarre ins Spiel — nichts Vintage, das habe ich einfach gekauft — mit einem Bitcrusher: einem Effekt, der das Audiosignal nimmt und in winzige Bruchstücke zerlegt, bis im Grunde nichts mehr übrig ist als Asche. Ein billiges Keyboard, weiter zu Staub zerrieben. Das war das Material.

Der Hall, vor dem dich niemand warnt

Etwas, das dir niemand über das Spielen in einem so großen Raum sagt: Der Hall ist der gewaltigste, den man sich vorstellen kann. Der Klang wandert einmal durch das ganze Gebäude und kommt erst viel später zu dir zurück. Das macht es fast unmöglich, zusammen im Takt zu bleiben, außer man übt wirklich, aufeinander zu hören. In so einem Raum wird das Zuhören zum eigentlichen Instrument.

Eine Sache hatte mir vorher leise Sorgen gemacht. Eine Orgel verändert ihre Stimmung mit der Temperatur im Raum. Das Kinder-Keyboard, das ich mitgebracht habe, ist völlig unstimmbar. Ob die beiden sich überhaupt auf eine Tonhöhe einigen würden, war also mehr oder weniger Zufall. In unserem Fall hat es funktioniert — Orgel und Spielzeug-Keyboard passten perfekt zusammen. Es war das erste Mal, dass ich mich wirklich wohl fühlte, das Stück zu spielen, am Abend vor dem Gottesdienst.

Andersweltlichkeit mit Absicht

Die Atmosphäre eines solchen Gottesdienstes lässt sich in einem Video nicht wirklich einfangen. Sie umgibt einen; sie ist auf eine Art dreidimensional. Und das ist Andersweltlichkeit mit Absicht — diese Kathedralen wurden nicht nur gebaut, damit man etwas versteht, sondern damit man Ewigkeit spürt. Den ganzen Abend fühlte ich mich wie in einem ständigen Traumzustand und drehte das Thema des Abends in meinem Kopf hin und her.

Psalm 90

Die Struktur des Stücks kam aus Psalm 90 — einem sehr dunklen Psalm. Beim ersten Lesen fühlte er sich erdrückend an. Aber mit meiner Idee, dass Aschermittwoch nicht nur Verzweiflung ist, sondern eine Erinnerung, unsere Zeit richtig zu nutzen, wollte ich diesem Gedanken mehr Raum geben, als der ursprüngliche Text ihm wohl zugedacht hatte. Also entschied ich mich für eine freie Form. Der erste Teil bewegt sich auf die Größe und Ewigkeit Gottes zu und musste dann direkt in den beunruhigenden Teil kippen — dass unsere eigene Zeit auf der Erde nicht ewig ist. Ich habe bewusst die Struktur gestört, die ich gerade aufgebaut hatte. Der letzte Teil ist im Originaltext sehr kurz, also habe ich ein paar eigene Zeilen ergänzt, um dem Gedanken, der mir wichtig war, mehr Platz zu geben: dass unsere begrenzte Zeit ihren Sinn in etwas Größerem finden kann.

Was geblieben ist

Das Seltsame kam danach. Normalerweise meide ich Themen wie Tod und Vergänglichkeit, und in diesem Gottesdienst gab es davor kein Entkommen. Und trotzdem, als ich nach Hause ging, fühlte ich mich merkwürdig ruhig — nicht erschöpft, nicht erdrückt. Eher, als hätte ich etwas gewonnen. Vielleicht ist genau das, was diese Tradition versucht — und das mitzuerleben, ist eine schöne Sache.

Noch eine letzte Sache. Ein paar Tage später kam ich nach Hause und merkte, dass dieses Keyboard vielleicht doch nicht so obsolet ist — und es ließ mich fragen, ob sich am Ende alles im Kreis dreht. Aber das ist ein Gedanke für ein anderes Mal.

Das Stück heißt Psalm 90, für Orgel und Spielzeug-Keyboard.

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